Alle Beiträge von Stefan

Massenproduktion war gestern

Zwei Waagen mit Möhren und Grünkohl
Mehr als bloßes Gewicht …

Liebe Alternativgourmets,

getreu dem Motto „Einfach jetzt machen!“ laden wir euch hiermit herzlich ein, gemeinsam mit uns die Praxis einer nachhaltigen Produktion von Lebensmitteln weiter voranzubringen. Im Frühjahr startet die Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) vom Struppener Schellehof bereits in ihre sechste Saison. Aus diesem Anlass öffnen wir unsere Verteilstation in Leubnitz für alle Interessierten:

Donnerstag // 31. Januar // 16 bis 19 Uhr
Wilhelm-Franke-Str. 41+43 // im Hof

Kommt vorbei auf einen Lupinenkaffee, Tee oder Glühwein und mit uns ins Gespräch darüber, wie das Ganze funktioniert! Gern schildern wir euch am Feuer in unserem Garten, was so gut an einer Solidarischen Landwirtschaft ist und wie wir diese wunderbare Alternative zum Supermarktallerlei bisher erlebt haben. Dazu gibt es frisches Brot von der SoLaWi und vegane Aufstriche.

Wir als Hausgemeinschaft 2n40 sind seit zwei Jahren Ernteteiler des Schellehofs zwischen Königstein und Pirna. 2019 sind wir zum dritten Mal dabei und freuen uns auf ein weiteres Jahr mit regional produzierten Lebensmitteln aus einer ökologischen Landwirtschaft nach bio-dynamischen Maßstäben.

Wir freuen uns auf euch
Die 2n40er und Ernteteiler vom Depot Leubnitz

Mehr als kleine Brötchen …

PS: Wer den direkten Kontakt zu den Bewirtschaftern des Schellehofs sucht, kann natürlich nach Struppen (am besten donnerstags zum wöchentlichen Hofverkauf) fahren oder aber am 17. Februar in die Rösslstube in der Dresdner Friedrichstadt zur nächsten Infoveranstaltung kommen.

Wildkrautlese am 1. Mai

Grüezi mitenand,

Bildquelle: Wikipedia

zwar wollen wir – die Grüne Fraktion vom Hausprojekt 2n40 – vorerst den Schweizer Kräuterbonbons keine Konkurrenz machen, aber in die Berge geht es sehr wohl, zumindest in deren Nähe:

Kommt mit auf unsere Kräuterwanderung am 1. Mai rund um Pillnitz!

Dank den sommerlichen Temperaturen sprießt das Grün allenthalben in Hülle und Fülle. Pflückt mit uns die bekannten Klassiker des „wilden“ Salats und lasst uns die eine oder andere Seltenheit entdecken …

In der Glaskugel sind aktuell folgende Raum-Zeit-Koordinaten erkennbar:

» fürs Hirn: 10 Uhr MESZ @ Position in OpenStreetMap
» fürs Auge: am Brunnen gegenüber der Sparkasse
» fürs Navi: Am Rathaus 1, 01326 Pillnitz

Mia kraut’s scho, i werd’ giersch!

Eure Kräutz

PS: Wer Lust hat, kann am Nachmittag gern mit in des Wilhelm Frankes Straße kommen und mit uns Salade à l’autre cuisine kreieren. Je nach Wetter könnten wir dann Pizzaofen, Grill, Feuer oder einfach alles entfachen.

Radfit in den Frühling

Liebe Freunde, liebe Nachbarn,
liebe Fahrradfans,

das SPIKE Dresden veranstaltet zusammen mit uns wieder einen Schraubernachmittag, um Fahrräder gemeinsam fit für den Frühling zu machen:

Freitag // 13. April // ab 16 Uhr
Karl-Laux-Straße 5
am Werkstattcontainer vom SPIKE

Seid dabei, wenn es abermals heißt: Kette ölen, Speichen justieren, Rahmen putzen, Schrauben checken, Platten flicken, Reifen wechseln! Wir haben Werkzeug und Erfahrung beim Schrauben und möchten beides gern mit euch teilen.

Geplant ist zudem ein Mitbringbuffet. Wer also Lust hat, etwas Leckeres mitzubringen, ist herzlich dazu eingeladen.

Da es nur eine begrenzte und unvollständige Ersatzteilkiste gibt, bitten wir euch, die entsprechenden Ersatzteile vorab im Fahrradladen zu besorgen. Kleinere Dinge wie Schrauben, Ventile oder Flickzeug sind auf jeden Fall da.

Wir freuen uns auf euch
Die 2n40er und das SPIKE

Warteschlange der zu Wartenden 😉

PS: Ein paar Tropfen vom Himmel schrecken uns nicht ab. Außerdem werten wir einen Freitag, den 13. als gutes Omen. Sollte der Winter wider Erwarten doch zurückkehren oder der Himmel seine Schleusen öffnen, werden wir sicher einen neuen Termin finden. Wir halten euch definitiv auf dem Laufenden.

Fit für’n Frühling

Liebe Freunde, liebe Nachbarn, liebe Fahrradfans,

wir, die Bikefreaks vom Hausprojekt 2n40 und vom SPIKE, dem Jugendclub um die Ecke, veranstalten in Leubnitz-Neuostra einen Schraubtag, um unsere und eure Fahrräder gemeinsam wieder fit für den Frühling zu machen:

Samstag // 13. Mai // ab 13 Uhr
Karl-Laux-Straße 5
am Werkstattcontainer vom SPIKE

Seid dabei, wenn es heißt: Kette ölen, Speichen nachstellen, Rahmen putzen, Schrauben festziehen, Schlauch flicken, Reifen wechseln und so weiter und so fort! Wir haben Werkzeug und Erfahrung beim Schrauben und möchten beides gern mit euch teilen.

Gegen Nachmittag wollen wir gemeinsam Kuchen essen und Kaffee/Tee trinken. Es wird ein Mitbringbuffet. Wer also Lust hat, etwas Süßes zu backen oder bereitzustellen, ist sehr herzlich dazu eingeladen. Wenn es Wetter und Zeit zulassen, möchten wir danach mit den frisch reparierten und geputzten Fahrrädern eine kleine Spazierfahrt drehen. Sollte es richtig warm werden, könnten wir zum Beispiel an einen der Badeseen in der Nähe fahren. Also Badesachen nicht vergessen!

Da es im SPIKE nur eine begrenzte und unvollständige Ersatzteilkiste gibt, bitten wir euch, die entsprechenden Ersatzteile für eure Räder vorab im Fahrradladen zu besorgen. Kleinere Dinge wie Schrauben oder Ventile oder Flickzeug haben wir aber auf jeden Fall da.

Warteschlange der zu Wartenden 😉

Wir freuen uns auf euch
Die 2n40er und das SPIKE

PS: Ein paar Tropfen vom Himmel schrecken uns nicht ab. Sollte es aber in Strömen gießen, werden wir die Aktion verschieben. Wir halten euch definitiv auf dem Laufenden.

Jahresrückblick 2016

Liebe Freundin, lieber Freund,

ein weiteres Jahr und die ersten sechs Monate in unserer neuen Heimstätte gingen echt schnell rum und das, obwohl wir uns nach der kräftezehrenden Bauphase eine große Portion Ruhe und Gelassenheit verordnet hatten. Dass trotzdem allerhand im Haus und rundherum passiert ist, möchten wir Dir nicht vorenthalten. Denn auch 2016 packten wir kräftig und beherzt zu, erfuhr das Haus sinnvolle und coole Upgrades, feierten wir schöne und lustige Feste.

Winter

Sowohl draußen als auch drinnen wird noch rege gearbeitet. Während eine Fachfirma die Fassade an den letzten verbliebenen Stellen ergänzt, die Brüstungen und das Terrassengeländer montiert, verlegen wir inzwischen mit Routine Dielen und Parkett im Dachgeschoss. Weniger routiniert waren wir anscheinend beim Höherversetzen einiger Zargen vorgegangen, so dass der Tischler — nachträglich den Brandschutzanforderungen Genüge leistend — noch mehrere Türen korrigieren muss. Im März schließlich ist auch der überwiegende Teil der obersten Etage bezugsfertig und sind zumindest alle individuellen Zimmer vorbereitet. Für den Einzug fehlt damit nur noch die Nutzungsfreigabe durch das Bauamt, die leider lange auf sich warten lässt, weil der dafür notwendige Bericht zum Brandschutz seinerseits auf sich warten lässt.

Im Übrigen machen wir regelmäßig Sport, zumindest alle paar Wochen, wenn die verbliebenen Pellets dem Kellerboden bedenklich nahe kommen. Dann bestellen wir ein, zwei Paletten Nachschub, der Sack für Sack à 15 kg und zu vielen Dutzenden in den Heizungsraum geschleppt werden muss. Wer davor zurückschreckt, darf sich seines schlechten Gewissens durch das gelegentliche Befüllen der Brennanlage entledigen. Nicht ganz unabhängig davon schwingt immerwährend die Erkenntnis mit: Nach dem Winter ist vor dem Winter, und nach dem Schleppen ist vor dem möglichen Pelletlagerbau.

Frühling

Die Nutzungsfreigabe lässt zwar weiter auf sich warten, die Natur aber nicht, so dass es im Garten bereits munter vor sich hin grünt und sprießt. Diese Aufbruchsstimmung nutzen wir und unterziehen den Hofbereich an mehreren Wochenenden einer umfangreichen Verjüngungskur. Zwei kleine, halb verfallene Schuppen müssen weichen, alte Ziegel und Dachziegel werden aus dem Weg geschafft. Das zahlreich herumliegende Brennholz sägen wir teilweise auf kamingerechte Größe zurecht und stapeln es am langen Zaun entlang der Grundstücksgrenze. Damit wird auch der Unterstand in der Mitte des Hofs frei und kann, ausgestattet mit bequemen Sitzmöglichkeiten, fortan an heißen Tagen und in lauen Nächten als Ort zum Chillen dienen. In neu aufgeschütteten Beeten werden wir Kräuter ziehen und Gemüse anbauen. Zudem entsteht ganz vorn ein Sandkasten und am anderen Ende des Gartens ein überdachter Wäscheplatz. Schließlich wird die Feuerstelle endgültig verlegt und mit einem zünftigen Feuer eingeweiht. Tamtamtam!

Mit den steigenden Temperaturen nimmt auch die Bautätigkeit noch einmal zu: Der Dachterrassenboden wird verlegt und dieser schöne, sonnige Ort endlich nutzbar für uns. Zudem beschert die Restladung eines Betonmischers einerseits unserem künftigen Pelletlager einen anständigen Boden andererseits auch den Fassadenbauern den passenden Untergrund für ihre letzte Aufgabe: die straßenseitige Sockeldämmung. Dass wir zuvor gerade noch rechtzeitig die Kellerfenster einbauen, versteht sich von selbst.

Von den vielen Dingen, die in der Zwischenzeit im Haus passieren, ist insbesondere die entstandene Netzwerkinfrastruktur erwähnenswert. In einem waschechten Serverschrank laufen alle Kabel zusammen und auch unsere Website wird von hier aus in alle Welt übertragen. Dazu gesellen sich diverse WLANs, ein Freifunkknoten sowie ein scannender Netzwerkdrucker. Perfekte Bedingungen also für die Zukunft, egal ob Arbeit oder Unterhaltung!

Sommer

Anfang Juli endlich ist es so weit: Wir erhalten die Nutzungsfreigabe von der Bauaufsicht. Zunächst zwar vorbehaltlich einiger weniger Auflagen und Nachbesserungen, aber das ist uns in diesem Moment egal. Bis dahin hat uns das ganze Hausprojekt echten Schweiß und echte Nerven gekostet, so dass wir einfach nur überglücklich sind, die formale Abnahme unserer Baustelle erhalten zu haben. Damit heißt es: Einzug! Endlich können die abgestellten Möbel arrangiert, Kisten ausgepackt, Lampen aufgehängt werden. Die erste Nacht im Haus ist wohl für alle eine besondere.

Viel mehr gibt es vorerst kaum zu erzählen. Wir richten uns peu à peu mit jedem Tag ein wenig mehr ein, gestalten die provisorische Bauküche in eine provisorische Wohnküche um und jonglieren Möbelstücke zwischen Räumen und Etagen hin und her. Plötzlich bricht die Urlaubssaison los, das heißt, so gut wie niemand ist daheim. Ein Grund mehr also, über Workaway interessierte Menschen einzuladen, bei uns für Kost und Logis eine Zeitlang zu arbeiten. Das klappt für den Anfang ganz gut, wenngleich wir die Aufgabenverteilung und -koordination etwas stiefmütterlich behandeln. Das gemeinsame, fast tägliche Bad im nahen Kiessee hingegen muss glücklicherweise nicht erst umständlich geplant werden.

Als die große Hitze und damit auch die Personaldürre im Haus langsam nachlässt, fühlen wir uns frisch motiviert und gehen die Gemeinschaftswohnküche im Dach an. Balken schleifen, Gipswände grundieren und tapezieren, alles streichen und schließlich das Parkett mit Trittschalldämmung verlegen – aufgezählt sind die Arbeitsschritte schnell, umgesetzt wie so oft bei uns: einer nach dem anderen. Am Ende wird auch diesmal gut, was lange währt, so dass wir mittlerweile regelmäßig gemütliche Abende unter dem Dach verbringen. Allein die richtige Einbauküche fehlt noch, aber das ist ja nichts Neues, weder im Dach- noch im Erdgeschoss. Wie war das gleich nochmal mit den Provisorien?

Dafür geht einer unserer besonderen Wünsche in Erfüllung: Wir finden einen Menschen aus Eritrea, der sich auf das Experiment einlässt, bei uns einzuziehen. Schon lange vor unserem Einzug stand für uns fest, dass wir eines unserer Zimmer an einen Menschen vergeben möchten, der vor Krieg, Verfolgung oder aus anderen schwerwiegenden Gründen aus seiner Heimat nach Deutschland geflüchtet ist. Dass wir nun die Chance bekommen, die Integrationsarbeit ein Stückweit in die eigenen Hände zu nehmen, freut uns sehr.

Ein Sommer wäre freilich keiner ohne Fest. Also veranstalten wir Ende August gemeinsam mit vielen großen und kleinen Gästen, alten und neuen Mitbewohnern eine verrückte Sause. Mit dabei beispielsweise magischer Matsch oder ein Haarsalon „Haircuts by Children“ nach dem Vorbild der kanadischen Performance-Gruppe Mammalian Diving Reflex. Natürlich gibt es ein reichhaltiges Kuchenbuffet, Fladenbrot mit selbstgemachten Aufstrichen oder Waffeln – und zwar ganz viele Waffeln aus ganz vielen gleichzeitig rauchenden Waffeleisen. Hausführungen, Verschenkeecke und gediegene Soundkulisse sind übrigens inklusive, das Feuer am Abend auch und gute Laune allenthalben sowieso.

Als wäre das alles noch nicht genug für die schönste aller Jahreszeiten, gesellen sich sowohl ein handgefertigter Lehmofen (Pizza! Brot! Kuchen!) als auch ein selbstgezimmertes Baumhaus (Spannung! Spiel! Schokolade?) zur langen Liste unserer bisherigen Errungenschaften. Dafür verlässt uns der Kater[1] – zum Glück nur vorübergehend. Wir sind stolz auf unseren Hinterhof, der mittlerweile ein richtig schöner Ort geworden ist und zum Draußensein geradezu auffordert.

Herbst

Auf geht es zum finalen Akt, der da besteht aus: Außentreppe mit Laubengang, Innentreppe zwischen Erd- und Obergeschoss, Klingelanlage. Ohne Fachfirmen wären wir hier selbstverständlich aufgeschmissen, also übernehmen wir nur Teile der Innentreppe als Eigenleistungen, stellen zunächst das Widerlager her und später dann die Holzstufen, während die Stahlbauer alle Metallteile konstruieren und montieren. Als schließlich die Außentreppe steht, können die Elektriker nach fast einjähriger Wartezeit – der Gerüstabbau kam damals leider zu früh – endlich die Klingelanlage in Betrieb nehmen. Die Postbotinnen und Paketmänner, was haben die sich gefreut! Wir uns aber auch, so sehr, dass wir gleich noch Haustürlichter und Bewegungsmelder anbringen, und Sockelleisten natürlich, unzählige Sockelleisten. Es wird gemutmaßt, das würden nicht die letzten sein, oder doch?

Bevor jedoch die weihnachtliche Stille einkehren darf, machen wir schnell noch Nägel mit Köpfen und kaufen, kaufen, kaufen. Eine Sauna, unerhört groß und verdammt günstig. Ein Heimkino, unerhört cool und auch verdammt günstig. Ein Nachbargrundstück, unerhört waldig und schon wieder: verdammt günstig. Demnächst also bei uns in der Wilhelm-Franke-Straße: im Schweiße harren, auf Leinwand starren, mit Hühnern scharren!

Na ja, und dann stehen wir leider bereits im Angesicht des nächsten Winters und nehmen diese unausweichliche Tatsache zum Anlass, die Garteneinrichtung unterzustellen oder schlechtwetterfest zu machen, noch einmal die Ramschgaragen zu entrümpeln, Keller und Werkstatt aufzuräumen, die Holzvorräte abzudecken und so weiter und so fort.

Doch während draußen allmählich alles eingeht, beginnen drinnen Kleinodien aufzublühen, im Hausflur und am Kühlschrank, an Decken und Wänden, auf Tischen und Schränken, an Türen und Pforten. Die Weihnachtszeit ist nah und allerlei Schmuck, Kunst, Schönes bereichert unser Haus. Zu den Feiertagen wird es wahrhaft besinnlich ruhig, denn nur eine Handvoll Leute ist überhaupt da. An Silvester dagegen findet die größte Party statt, seitdem das Haus bewohnt ist, es gibt ein Riesenbuffet, einen Dancefloor, eine Cocktailbar und den megakrassesten Überraschungsgast ever: unser Pelletlager[2].

Feuchtfröhlich war es, dieses Jahr, und wir möchten uns deshalb von ganzem Herzen bei Dir bedanken. Denn ohne Dich und deinen Besuch, Freudengesang, Direktkredit, dein Lachen, Mitfiebern, Vertrauen, deine Zeitspende, Motivation, Energie oder oder oder wären all die schönen Erlebnisse nur Träume geblieben. Für das neue Jahr wünschen wir Dir eine große Portion Glück und Freude am Leben. Komm vorbei, wenn Dir danach ist, Du bist jederzeit willkommen!

Deine 2n40er

¹ Charlie, der neugierige Fuchs, hatte den Geräteschuppen als Ort der wohlspendenden Kühle entdeckt und wurde prompt darin eingesperrt. Ein paar Tage später, als schon eine gewisse Besorgnis um sich griff, fand sein Jammern erfreulicherweise Gehör. Nicht lange jedoch währte die Freude, denn alsbald legte er sich wohl mit einem Auto an. Zum Glück wichen unsere Sorgenfalten nach einem Tierarztbesuch abermals von den Stirnen, wohlwissend, dass nichts Ernsthaftes passiert war. Ein paar Wochen des Humpelns noch und er war wieder ganz der alte. :-)

² Noch nicht ganz auf der Höhe nach den umfänglichen Weihnachtsfestivitäten, gebiert es sich jedoch schon recht stattlich in Erscheinung und Form. Hier fehlt noch ein Türchen, dort noch ein Schläuchlein, aber am Ende dürfte es keinen Tag mehr brauchen, das gute Stück fertigzustellen. Und dann, ja dann endlich, endlich werden wir versinken in einem Meer aus Holzgranulat, auf dass wir niemals mehr einen Sack schleppen müssen und ob der nachlassenden sportlichen Betätigung unweigerlich und elendiglich verfetten werden. Welch’ Jux das wird! ;-)

 

Schnee, Schnee, Schnee

Der eine oder die andere hat es vielleicht schon erfahren, alle übrigen können gern in unserer Chronik nachschauen: Wir haben das Wäldchen nebenan und damit unser Nachbargrundstück gekauft. Ganz frisch. Das bereichert uns natürlich ungemein an Möglichkeiten, aber – wer hätte das gedacht – auch an Pflichten.

Schneeräumen beispielsweise. Der straßenseitige Weg, der nun regelmäßig von Millionen, ach Milliarden Flocken befreit werden soll, hat sich damit auf einen Schlag verdoppelt. Was bleibt uns da anderes übrig, als aus der Not eine Tugend zu machen und die ganzen mühevoll geschobenen Haufen einem höheren Zweck zuzuführen? Genau!

Mehrere Dutzend Schubkarren kostbares Weiß haben wir am heutigen Sonntag in den Hof verfrachtet, auf einen Haufen gekippt und verdichtet. Dem schweißtreibenden Teil folgte im Anschluss dann der kreative: Iglu aushöhlen, Aushub obendraufpacken, Löcher bohren, Eisfenster einsetzen und zuletzt das Bauwerk verzieren. Wir sind der Meinung, die stundenlange Arbeit vieler großer und noch mehr kleiner Hände an der frischen Luft hat sich gelohnt.

Kommt vorbei und schaut euch unser Meisterwerk an! Dank frostiger Temperaturen auf absehbare Zeit wird uns das Iglu sicher noch eine ganze Weile erhalten bleiben. Den Statiktest der Erstbeher hat das Dach mit Bravour bestanden. Damit können wir jetzt nicht nur aus Stein, Holz und Beton ein Haus bauen, sondern auch aus Wasser! Mit ein wenig Glück geht es gleich nach dem nächsten Schneesturm weiter. Ihr seid herzlich eingeladen, mit uns gemeinsam anzubauen. Auf geht’s!

Jahresrückblick 2015

01-straßenansichtLiebe Freundin, lieber Freund des Hausprojekts „2n40“,

2015 war ein entscheidendes Jahr für uns, denn von Beginn an stand das Ziel fest: Einzug! Zwölf Monate später ist es nun tatsächlich fast so weit. Kurz vor dem Bezug des Hauses – wahrscheinlich noch im März – möchten wir für dich auf die intensive Zeit des vergangenen Jahres zurückblicken und das Erlebte mit dir teilen.

Ein wechselhafter Beginn

Trotzdem wir zeitgleich mit den Sanitär- und Maurergewerken elanvoll ins03-durchbruch Jahr starten, ereilt uns am 28. Januar ein Paukenschlag. Das Bauaufsichtsamt ist leider der Meinung, dass eingerissene Wände noch lange nicht den Durchbruch für unsere zukünftige Gemeinschaft bedeuten. Zudem steht aufgrund statischer Bedenken eine Zeitlang sogar der Ausbau des Dachgeschosses auf der Kippe. Wir machen daraus das Beste, kümmern uns öfter um den Garten, verbringen Ende Februar ein gemeinschaftsbildendes Gruppenwochenende im Zittauer Gebirge und kommen selbstverständlich auch während der langen Wartezeit unseren Pflichten als Baudamen und -herren nach. Das heißt: Materialien und Kosten vergleichen, Entscheidungen treffen, Aufträge vergeben. Nach Einblicken in komplexe Themen wie Wärmedämmverbundsysteme oder Fußbodenaufbauten haben wir spätestens jetzt die Schwelle von ahnungslosen Einsteigern zu ahnungsvolleren Zweitsemestern überschritten.

Der große Sprung nach vorn

04-dachAls die erlösende Baugenehmigung für das Dachgeschoss drei Monate später auf dem Tisch liegt, ist die Gruppe nicht nur reicher an Erfahrungen, sondern vor allem auch reicher an großem und kleinem Nachwuchs. Mit dieser frischen Energie stürzen wir uns ab Pfingsten wieder tatkräftig ins Baugeschehen. Damit die Zimmerer baldmöglichst mit dem Ausbau beginnen können, müssen wir im Dachgeschoss zunächst alle Dielen und die darunterliegende Schüttung entfernen. Dabei erfahren wir immer wieder hilfreiche Unterstützung von Freunden und Bekannten. So auch bei den nächsten beiden Aktionen im Juli, als wir im Abstand von zwei Wochen beide Hausteile von Dachziegeln und -latten befreien. Ebenso schnell, wie sich das Gebäude in der Höhe lichtet, füllen sich unsere Lager am Boden. Seitdem sind wir stolze Eigentümer eines stattlichen Bestands an Feuerholz und Biberschwänzen. Anfang August bricht mit der Sommerhitze auch die Urlaubszeit über uns herein. Da nur noch wenige regelmäßig vor Ort sind, beginnt die Liste der Eigenleistungen langsam, aber stetig zu wachsen.

05-dielenDennoch wähnen wir uns im September – inzwischen wieder halbwegs vollzählig – als abgeklärte Veteranen auf dem Höhepunkt unseres Schaffens und proklamieren eine Bauwoche. In nicht weniger als neun Zimmern mit insgesamt 120 qm wollen wir in Eigenleistung Dielen schleifen und ölen, teilweise auch neu verlegen. Obwohl wir glücklicherweise davon absehen, mit einem gebrauchten Schleifgerät die vermeintlich günstige Katze im Sack zu kaufen, lässt uns selbst das geliehene Gerät bereits am ersten Tag im Stich. Mit den Maschinen eines anderen Verleihs kommt unser Vorhaben verspätet ins Rollen, trotzdem ist Mitte der Woche noch nicht einmal die Hälfte der Räume fertig. Erfahrung braucht eben ihre Zeit. Dank unserer ausdauernden Dielenhelden, die einen Tag Extraschicht anhängen, findet unser Vorhaben schließlich sein verdientes Ende.

Belohnung muss sein

Erfolge müssen zelebriert werden, also beschließen wir, unser Haus zum ersten Mal für ein größeres Publikum zu öffnen. Gemeinsam mit unseren Familien und Freunden, Unterstützern und Helfern feiern wir den „Tag des baldigen Einzugs“. Ganz gleich, ob reichhaltiges Kuchenbuffet oder leckeres Abendessen aus der Mitmachküche, Malzimmer oder Hörbuchraum, lebendige Dancefloors oder bunte Installationen – sowohl für Große als auch Kleine gibt es das und noch viel mehr zu entdecken. (Wir hoffen inständig, dass auch du an diesem fantastischen Spätsommerabend dabei sein konntest.)

Endspurt!

07-fussleistenBald darauf passiert so einiges Schlag auf Schlag: die Heizung geht in Betrieb, das Linoleum wird verlegt, das Licht geht an, warmes Wasser fließt aus den Hähnen. Nachdem die Fassade vollendet, das Gerüst abgebaut ist, erscheint unser Haus nicht nur von innen, sondern auch von außen als ein ganz anderes. Während wir uns an unseren Wänden und Decken abarbeiten und das Tapezieren und Streichen noch einmal zu einer harten Geduldsprobe gerät, geben auch unsere Architekt_innen noch einmal richtig Gas, um für die Brandschutz- und Bauabnahme die vielen Nachweise der Gewerke einzusammeln und die geforderten Gutachten fertigzustellen. Wir sind drauf und dran, die letzten Nachforderungen abzuarbeiten, so dass wir davon ausgehen, irgendwann im März unser 02-phasenneues Domizil beziehen zu können. Während – bedingt durch die ungeplanten Terminverschiebungen – die meisten Zimmer inzwischen schon mit Möbeln und Hausrat gefüllt sind und die improvisierte Küche für die Bauwochenenden und -abende mit Essen gefüllt ist, merken wir, wie das Haus und die Gruppe mit jedem Tag ein wenig mehr in den Mittelpunkt unseres Lebens rücken.

Die Arbeit hört nicht auf

Wir blicken stolz zurück auf das Erreichte, wissen aber zugleich um das Anstehende. Zuvorderst kommt das Dachgeschoss. Ist es fertig und sind dort alle eingezogen, warten die nächsten Aufgaben auf uns: Pelletlager bauen, Gemeinschaftsküchen einrichten, Bäder und Garderobe streichen, vielleicht schon die Türen aufarbeiten oder die Treppenhäuser aufhübschen. Nicht zuletzt soll der hofseitige Haupteingang mit Treppe und Balkon, wo wir zukünftig unsere Gäste willkommen heißen möchten, möglichst bald realisiert werden. Das Bauen wird irgendwann in den Hintergrund treten. Wie man Wände mauert und verputzt, alte Stürze herausnimmt und neue einsetzt, Putzfehlstellen und Löcher verspachtelt, Türen mitsamt Zarge aus- und wieder einbaut, Dielen schleift und verlegt, das und vieles mehr beherrschen wir inzwischen. Nun ist es an uns, das Repertoire unserer handwerklichen Kompetenzen um das der organisatorischen zu ergänzen, damit der Traum – unser Traum – wahr wird.08-einzug

Wir wünschen Dir ein gutes Jahr voller Freude und Tatendrang. Es würde uns sehr freuen, wenn Du uns weiterhin verbunden bleibst. Schau doch einfach mal vorbei! Du bist jederzeit herzlich willkommen in der Wilhelm-Franke-Straße 41/43.

Bis auf bald!
Deine 2n40er